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Veröffentlicht am 12. Dezember 2023

Carbon Footprint, KI & Co – Das war der OFI Pulvertag 2023

Grünberger (OFI) und Mader (GSB) begrüßen das Publikum des OFI Pulvertag 2023
Gemeinsam mit Werner Mader, Geschäftsführer von GSB International, begrüßt Anton Grünberger, OFI Experte für Lacke & Beschichtungen, die Teilnehmenden beim OFI Pulvertag 2023. Fotocredit: OFI

Vom Innovationsimpuls über die Qualitätssicherung bis hin zur Nachhaltigkeit – der OFI Pulvertag beleuchtete das Spektrum des Beschichtens aus unterschiedlichsten Perspektiven.

Im Zwei-Jahres-Takt organisiert das OFI gemeinsam mit GSB International den OFI Pulvertag, den Branchenevent für Pulverbeschichter und deren Zulieferer. Die diesjährige Tagung konzentrierte sich auf qualitätsgesichertes Beschichten von Aluminium, Stahl und verzinktem Stahl gemäß GSB AL 631 bzw. GSB ST 663. Besonderes Augenmerk wurde zudem auf den Nachhaltigkeitsaspekt gelegt.

Am 30. November 2023 versammelten sich im Hotel Rainers21 in Brunn am Gebirge über 60 Interessierte, um sich über die neuesten Technologien, Normenänderungen, Nachhaltigkeitsaspekte und vieles mehr am Sektor Pulverbeschichtung zu informieren. Der OFI Pulvertag hat sich zu einer etablierten Plattform für all jene entwickelt, die sich mit Beschichten und Lackieren im weitesten Sinne auseinandersetzen. Neben Pulverbeschichtern und deren Zulieferern profitieren auch Produktionsleiter*innen und Mitarbeiter*innen der Qualitätssicherung von aktuellen Erkenntnissen für die praxisnahe Anwendung.

 

„Ohne vernünftiges Fundament hilft der teuerste Lack nichts“

Nach der Begrüßung durch die OFI Experten Dr. Anton Grünberger und Ing. Gerhard Kneser startete der erste Vortrag mit dem Thema „Nachhaltigkeit durch die Qualitätssicherung der gesamten Prozesskette“. Ein simples, aber wichtiges Fazit daraus: Aus allen Aktivitäten rund um die Beschichtung geht eines klar hervor, das Fundament muss stimmen, sonst hilft der teuerste Lack nichts. Und nur wenn das Zusammenspiel aus Fundament, Vorbehandlung und Beschichtung optimiert ist und kompetente, gut ausgebildete Mitarbeiter*innen die Prozesse begleiten, können am Ende Langlebigkeit und damit auch Nachhaltigkeit erreicht werden. Erörtert wurde zudem der Klimawandel als wesentlicher Aspekt in Bezug auf erhöhte UV-Bestrahlung. Sie wirkt sich erheblich auf sämtliche Beschichtungen im Außenbereich aus. Lackhersteller sehen sich daher gezwungen in ihrer Produktentwicklung auf diese neuen Bedingungen zu reagieren.

 

Kostenreduktion durch Anlagenwartung, Wärmerückgewinnung, geschultes Personal

Dem Nachhaltigkeitsaspekt widmete sich auch der zweite Tagungsvortrag. Er zielte auf die Steigerung der Ressourceneffizienz in Vorbehandlungsprozessen ab. Dabei ging es u.a. um Anlagenstaus, um Effizienz der Pumpenleistung, aber auch um die Wichtigkeit der Anlagenpflege. Oft sind es die scheinbar banalen Dinge, wie eine regelmäßige Anlagenwartung, die sich direkt auf einen langjährigen, fehlerfreien Gebrauch auswirken. Auch die Bedeutung von Wärmerückgewinnung, von alternativen Energieträgern, der Temperatureinsparung bei der Vorbehandlung sowie in letzter Konsequenz die Wichtigkeit von gut geschultem Personal standen im Fokus der Ausführungen.

 

Einbrenntemperaturen, Feuerverzinkung, energieeffiziente Anlagenkonzepte

Andere Beiträge widmeten sich neuen Technologien wie hochreaktiven Pulverlacken, der Senkung von Einbrenntemperaturen – bei ansonsten zu etablierten Systemen vergleichbarem Eigenschaftsprofil und Lagerstabilität – oder den Umständen, die bei der Feuerverzinkungen zu beachten sind. Wird eine Feuerverzinkung professionell durchgeführt, kann mit bis zu 50 Jahren Schutz gerechnet werden – ein exzellenter Nachhaltigkeitswert! Das feuerverzinkungsgerechte Konstruieren wurde anhand von Praxisbeispielen anschaulich dargestellt. Zudem thematisierte man die Wiederverwertbarkeit von feuerverzinktem Stahl sowie energieeffiziente Anlagenkonzepte und erklärte, inwiefern man z.B. mit einfachen Mitteln wie Isolierungen und Abgaswärmerückgewinnungen Kosten und Ressourcen sparen kann.

 

CO2-Rechner und KI

Um den unternehmensspezifischen CO2-Ausstoß / Carbon Footprint ermitteln zu können, werden gerne CO2– Rechner / Klimarechner zu Hilfe genommen. Ein Modell wurde im Rahmen der Tagung vorgestellt. Als Orientierung für mögliche Einsparungspotenziale begleitet es Unternehmen auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität. Auch „KI – Künstliche Intelligenz“ war Thema beim heurigen OFI Pulvertag. In aller Munde und kaum mehr aus einer Branche wegzudenken, hält KI auch Einzug im Pulverbeschichtungsbereich. Was kann sie leisten, welche Features kommen Betrieben zugute, inwiefern erleichtern sie den Arbeitsalltag von Pulverbeschichtern und Lackproduzenten? Das und noch viel mehr weckte das Interesse des Publikums.

 

Diskussionsbedarf bei EU-Vorgaben

Die Herausforderungen hinsichtlich der EU-Vorgaben zur Ökobilanz waren grundsätzlich ein großes Tagungsthema, das zahlreiche Fragen aufwarf. Unternehmen wissen oft nicht, was im Detail auf sie zukommt, wie sie Vorgaben real umsetzen können, ohne ihr eigentliches Geschäft zu vernachlässigen. Manche Betriebe setzen bereits jetzt auf eigene Nachhaltigkeitsbeauftragte, die sich ausschließlich diesem Thema widmen und das Optimum für ihr Unternehmen herausholen. Zertifikate, die alle Emissionen eines Unternehmens nachweisen, stehen auf der Agenda, nicht nur bei der produzierenden Industrie. Die Herausforderungen sind immens. Um die ambitionierten Ziele der EU zu erreichen, sind viel Know-how und Manpower gefragt. Werden Ziele nicht erreicht, drohen hohe Strafgelder.

Eines ist klar: zukunftsorientierte Beschichtungsbetriebe sowie deren Zulieferer müssen sich vermehrt dem Thema Nachhaltigkeit und Energieeffizienz widmen. Unternehmen suchen aktiv nach effizienten Lösungen und erfolgreichen Fallbeispielen, die sie in ihren eigenen Betrieben implementieren können. Der Austausch darüber war für die Teilnehmenden des OFI Pulvertag von besonderem Wert, fasst Dr. Anton Grünberger, Leiter des Bereichs Lacke & Beschichtungen am OFI zusammen: „Der heurige OFI Pulvertag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die Branche zusammenzubringen, auch über Themen zu sprechen, die nicht unbedingt nur Pulver und Beschichtung betreffen. Die Nachhaltigkeitsziele der EU gehen uns alle an, egal ob Pulverbeschichter oder Bäcker. KI geht uns alle an. Wer neuen Technologien nicht offen begegnet, wird früher oder später nicht mehr am Markt bestehen können.“

Es war eine spannende Tagung mit zahlreichen neuen Erkenntnissen und Informationen. „Und eines ist aus beinahe allen Vorträgen klar hervorgegangen“, so Grünberger weiter. „Egal wie gepflegt eine Anlage ist, egal wie hochwertig eine Beschichtung ist, egal wieviel KI leisten kann, am Ende ist es unabdingbar, dass gut geschultes Personal in der Prozesskette verankert ist, mitdenkt, kontrolliert, überwacht und, wenn nötig, eingreift.“

Die Basis für gut geschultes Personal ist eine Investition in Aus- und regelmäßige Weiterbildung. Um Interessenten optimal auf die Personenzertifizierung zum DIN-Geprüften Beschichtungsinspektor vorzubereiten, bietet das OFI einen Vorbereitungslehrgang an – den nächsten im März 2024.

 

Pressetext als PDF zum Download

 

Bildauswahl – Abdruck honorarfrei im Kontext der Berichterstattung über den OFI Pulvertag 2023, bei Angabe des Fotocredits OFI

 

Blick ins Publikum des OFI Pulvertag 2023

Alle zwei Jahre bietet der OFI Pulvertag all jenen eine Plattform zum Austausch, die sich beruflich im weitesten Sinne mit Beschichtungen auseinandersetzen. Fotocredit: OFI

 

Grünberger (OFI) und Mader (GSB) begrüßen das Publikum des OFI Pulvertag 2023

Dr. Anton Grünberger, Leiter Lacke & Beschichtungen am OFI, und DI Werner Mader, Geschäftsführer von GSB International, begrüßen gemeinsam die Teilnehmenden des OFI Pulvertags 2023. Fotocredit: OFI