Das Publikum lauscht interessiert den Vorträgen beim OFI Pulvertag 2021. ©OFI

Nicht nur Balkone oder Fassaden, auch Kühlschränke, Waschmaschinen oder Geschirrspüler können von Korrosion betroffen sein. Um dem entgegenzuwirken, sind eine optimale Oberflächenbehandlung und eine entsprechende Beschichtung von zentraler Bedeutung. Bei Pulverlacken handelt es sich – neben der High-Solid-Technologie bzw. wasserverdünnbaren Beschichtungsstoffen – um eine vergleichsweise umweltfreundliche Variante, da diese keine Lösungsmittel benötigen.

Neues von den Vorbehandlungstechnologien und der Beschichtung von Aluminium und Stahl sowie der Praxis der Feuerverzinkung konnten rund 60 Interessierte Anfang Oktober beim OFI Pulvertag erfahren. Im Hotel Rainers21 in Brunn am Gebirge hat sich die Branche wieder einmal persönlich getroffen und die Chance genutzt, um sich im Rahmen des Market Place über Produkte und Services zu informieren.

 

Pünktlich um 9 Uhr haben Dr. Anton Grünberger und Ing. Gerhard Kneser, unsere Experten für Lacke & Beschichtungen am OFI, gemeinsam mit Dipl.-Ing. Werner Mader, Geschäftsführer von GSB International e.V. Düsseldorf, die Teilnehmenden begrüßt. Philipp Mader, Wirtschaftswissenschaftler bei GSB International, hat die Vortragsreihe eröffnet und die Qualitätsrichtlinien des Unternehmens erläutert. Diese gehen über die Normen der Branche hinaus und garantieren Sicherheit für alle Beteiligten. So erhält ein Pulver- oder Flüssiglack nur dann das GSB-Gütesiegel, wenn der Beschichtungsstoff in mehreren Verfahrensschritten (u. a. in einer mehrjährigen Freibewitterung) die Eignung entsprechend den strengen Vorgaben der Güterichtlinie vollinhaltlich erfüllt.

 

Vielversprechende Methoden und Verfahren

Wie Korrosion durch einen 2-Schicht-Aufbau verhindert werden kann, hat Ing. Richard Baumberger – bei Axalta Coating Systems Austria GmbH für den Bereich Product Management & OEM Prescription verantwortlich – erläutert. Der Weg zum Erfolg führt über eine sorgfältige Vorbereitung der Oberfläche und einen 2-Schichtpulveraufbau mit einem Korrosionsprimer. Vorgestellt wurde eine neue Primergeneration von Axalta.

Das „Duplex System“, ein Korrosionsschutz System, das aus einer Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461 mit einer zusätzlichen Pulver- oder Flüssigbeschichtung besteht, hat Ranko Kopranovic, DIN-Geprüfter Beschichtungsinspektor von Zinkpower GmbH, präsentiert. Die Vorteile dieses Verfahrens: Die behandelten Stahlteile sind dauerhaft geschützt und extrem langlebig, zudem chemisch und thermisch beständig. 

Dipl.- Ing. Werner Mader von GSB International hat einen Überblick über die Gewinnung von Aluminium gegeben, um dann genauer auf dessen Korrosionsverhalten einzugehen. Aluminium ist durch seine Fähigkeit zur Selbstpassivierung korrosionsbeständiger als z. B. Eisen und bedarf daher weniger Schutzmaßnahmen.

Chromtrioxid ist im Jahr 2010 von der Europäischen Chemikalienagentur in die Liste der besonders krebserregenden Stoffe aufgenommen worden, bis 2024 ist es noch unter Auflagen zugelassen. In seinem Vortrag hat Patrick Knoll, Application Engineer bei Chemische Werke Kluthe GmbH, nicht nur die autorisierten Verwendungen, sondern auch Alternativen zu Chrom VI vorgestellt.

Die Firma Alufinish GmbH und Co. KG hat in einer Rückschau den Werdegang der chromfreien Konversionsschichtausbildung für das Substrat Aluminium aufgezeigt. Präsentiert wurden die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren. So gibt es z. B. – trotz umfangreicher Bemühungen der Vorbehandlungschemikalienlieferanten – immer noch keine gefärbten chromfreien Passivierungen, die alle gestellten Anforderungen erfüllen. Da bei vielen Lohnbeschichtern unterschiedliche Metalle, wie z. B. Aluminium, Stahl oder verzinkter Stahl, auf einer Anlage beschichtet werden, stellt dies besonders hohe Anforderungen an die Prozessführung der chemischen Vorbehandlung (sie muss für „Multimetall“ geeignet sein).

Auch NABU-Oberflächentechnik GmbH hat für die Multimetallvorbehandlung entsprechende und praxisbewährte Produkte im Portfolio. Präsentiert wurden Planungsbeispiele für die Implementierung von Multimetallvorbehandlungen in bestehende Anlagen.

Den wichtigen Themen Umweltverträglichkeit und Kreislaufwirtschaft in der Pulverlackbranche haben sich Hans Georg Eder von IGP Powder Coatings sowie Dr. Nora Pollmann und Mag. Sybille Wagner von TIGER-Coatings gewidmet. So sollen bei der Produktherstellung keine Schadstoffe und Schwermetalle verwendet und der Wasser- und Energieverbrauch reduziert werden. Unter den Beschichtungsstoffen werden hinkünftig immer mehr solche an Bedeutung gewinnen, die sich durch einen möglichst geringen Energieverbrauch bei der Herstellung und beim Einbrennen auszeichnen. Weitere aktuelle Entwicklungen gehen in niedrig-absorbierende Pulverlacke (Low-A/E). Bei TIGER-Coatings werden zudem Pulverlackreste als Ersatz für Klebstoff verwendet oder der Zementindustrie als alternativer Brennstoff zugeführt.

Seit Juli 2020 gibt es eine Vertriebszusammenarbeit zwischen Kansai Helios Coatings GmbH und der Braunsteiner GmbH für den Bereich Pulverlacke in Österreich. Geschäftsführer Karl Braunsteiner und Stefanie Hamann von Kansai Helios haben ihre Expertise mit den interessierten Teilnehmenden geteilt – von ihrer Erfahrung bei der Beurteilung der verwendeten Untergründe und Verschmutzungsarten über mögliche Alternativen zu Bearbeitungshilfsmitteln bis hin zu Vorbehandlungsvarianten.

 

Informationsaustausch am „Market Place“

Am Nachmittag, nach den Vorträgen, wurde der Pulvertag heuer erstmalig zu einem „Market Place“: Hier hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, in intensiven Austausch miteinander zu treten und so neue Produkte und Services am Markt kennenzulernen.

„Mit dem OFI Pulvertag wollen wir nicht nur informieren, wir wollen die Branche zusammenbringen. Deshalb haben wir uns diesmal dafür entschieden, zusätzlich zu den Vorträgen als Rahmenprogramm einen Market Place anzubieten. So hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen direkt an bekannte Lieferanten aus den Bereichen Chemie, Lack, Applikation und Messtechnik zu wenden,“ erklärt Dr. Anton Grünberger die Intention des OFI Pulvertages 2021. Der Erfolg des Branchenevents zeigte sich auch darin, dass nahezu alle Teilnehmenden der Veranstaltung bis zum letzten Vortrag beiwohnten.

Beim OFI Pulvertag dabei zu sein, hat den Teilnehmenden nicht nur neue Einblicke gebracht: Die Teilnahme wird von der GSB auch offiziell als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt. 

 

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Ihr Experte für Lacke & Beschichtungen

Dr. Anton Grünberger
t: +43 1 798 16 01 - 500
m: +43 664 512 24 93
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