Minimierung des Infektionsrisikos in öffentlichen Verkehrsmitteln durch neuartige Luftfilter

Dieses Projekt ist für den ACR Innovationspreis nominiert.

Von den Einschränkungen durch COVID-19 ist der Tourismus ganz besonders betroffen, so auch Busunternehmen. Deshalb hat sich Hehle Reisen, ein Busunternehmen aus Vorarlberg, während dem (ersten) Lockdown hilfesuchend an das OFI gewandt.

Es musste schnell  gehen, und es musste funktionieren. Also hat man weitere Partner an Bord geholt und mittels angewandter Forschung eine Möglichkeit gefunden, das Infektionsrisiko in öffentlichen Verkehrsmitteln zu minimieren - und zwar durch die Entwicklung einer neuartgen Filtertechnologie für die Innenbelüftung. Ein Rettungsanker für die von den bestehenden Pandemie-Maßnahmen geschüttelten Reisebranche.

Für das Vorarlberger Unternehmen Hehle Reisen brachte der Lockdown aufgrund der Covid-19-Pandemie Mitte März den Totalausfall: Alle Vorarbeiten für Busreisen der bevorstehenden Saison waren abgeschlossen, alle Investitionen getätigt. Doch die Saison kann nicht (wie gewohnt) stattfinden. Der gesamten Reisebranche in Österreich erging es ähnlich. Doch die Geschäftsführerin von Hehle Reisen, Elke Bereuter, gab nicht auf. Die Obfrau der Fachgruppe Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen in der Wirtschaftskammer wandte sich an das OFI. Könnte man es nicht schaffen, eine Filtertechnologie zu entwickeln, die auch Viren zurückhält bzw. aus der Raumluft filtert?

Unsere Hygieneexpertin am OFI, Gabriele Ettenberger-Bornberg, reagiert schnell. Sie baut  adhoc ein Forschungsnetzwerk mit unterschiedlichen Kompetenzen auf und holt weitere Unternehmen, den Bushersteller Evobus Austria GmbH und den Filterspezialisten Freudenberg Filtration Technologies an Bord. Unterstützt wird das Projekt vom Land Vorarlberg. Bei einem Pressetermin im September informiert Wirtschaftslandesrat Marco Tittler gemeinsam mit Elke Bereuter (Hehle Reisen) und Gabriele Ettenberger (OFI) über die innovative Problemlösung.

 

Lufthygiene - kein neues Thema am OFI

Am OFI beschäftigt man sich bereits seit geraumer Zeit mit unterschiedlichsten Fragestellungen zu Lufthygiene und Filteranalyse. In Forschungsprojekten hat man dazu viel neues Wissen generiert und Testmethoden weiterentwickelt. Aktuell wird gemeinsam mit dem ACR-Institut ZFE in dem von der FFG geförderten COIN Aufbauprojekt „Aeropore“ an Möglichkeiten standardisierten Testens von Luftfiltern geforscht. Ein Aspekt mit dem sich die Forscher*innen dabei verstärkt auseinandersetzen, ist die Überprüfung  von Filtermedien hinsichtlich ihres Rückhaltevermögens von biologischen Gefahrenstoffen, wie Allergenen oder Sporen. Was mit Überlegungen dazu begann, wie besonders für Allergiker*innen ein angenehmeres Raumklima durch den optimierten Einsatz von Filtern geschaffen werden kann, hat sich in den letzten Monaten zu Fragestellungen hinbewegt, welchen Beitrag Lufthygiene leisten kann, um die Ausbreitung von Viren und Bakterien zu stoppen.

So konnte aufbauend auf dem Know-how, das sich das OFI in den letzten Jahren hinsichtlich Filteranalyse angeeignet hat, eine Methodik entwickelt werden, mit der auch die Abscheideleistung von Viren und Bakterien bestimmt werden kann. Das war die Grundlage um unterschiedliche Materialien zu testen und die Filterlösung stetig weiterzuentwickeln. Zudem wurden im Rahmen des Projekts optimale Einstellungen von Klimaanlagen, Durchströmungsgeschwindigkeiten sowie Luftumsatz und der Energieeffizienz evaluiert.

Vor dem Hintergrund des bestehenden Infektionsrisikos könnte die Entwicklung des OFI der Rettungsanker für die Reisebranche sein. Ettenberger hebt die wichtige Rolle hervor, die Forschungsinstitute für KMU auch abseits der konkreten Forschungsleistung haben: „Wir haben bei einem komplexen, wissenschaftlichen Thema auch als Übersetzer fungiert, das KMU wissenschaftlich begleitet und sind die wichtige Schnittstelle zwischen dem KMU und den anderen Netzwerkpartnern.“

 

Nominiert für den ACR-Innovationspreis

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