ÖGUT Umweltpreis für Forschungsprojekt PVRe², Fotocredit: © Katharina Schiffl

Bereits zum 35. Mal hat die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) den ÖGUT-Umweltpreis vergeben. In unterschiedlichen Kategorien werden damit technologische und soziale Innovationen ausgezeichnet, die den Energie- und Ressourcenverbrauch senken und zur sozialen Nachhaltigkeit beitragen.

Zu den Preisträgern zählt dieses Jahr auch das OFI. Genauer gesagt, eine Entwicklung, die im Rahmen eines Forschungsprojekt entstanden ist: In dem Projekt PVRe² hat sich das OFI gemeinsam mit seinen Projektpartnern mit dem Themenkomplex Nachhaltigkeit in der PV-Modultechnologie beschäftigt.

Der Ressourcenverbrauch steigt weltweit unvermindert an. Der Klimawandel und die Verknappung endlicher Ressourcen zeigen Grenzen auf und regen so zum zirkulären Wirtschaften an. In der Kategorie „Mit Forschung und Innovation zur Kreislaufwirtschaft“ zeichnet der ÖGUT-Umweltpreis Projekte und Aktivitäten aus, die einen essentiellen Beitrag dazu leisten, lineare Wertschöpfungsketten zu Kreisläufen umzuwandeln und damit den primären Ressourceneinsatz radikal zu verringern. Sponsor ist das BMK, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.

 

Lebensdauer von PV-Modulen verlängern

Photovoltaik zur Energiegewinnung wird immer relevanter. PV-Module finden sich nicht nur in Solarparks, oder auf Dächern von Wohnhäusern, sondern sie werden verstärkt bereits in die Planung von Neubauprojekten miteinbezogen und dann beispielsweise als Fassadenelemente eingesetzt. Je verbreiteter die Technologie zum Einsatz kommt, desto mehr häufen sich die Fragen nach Reparaturmöglichkeiten, Austausch- und Entsorgungsoptionen.

Unter Leitung des PCCL Polymer Competence Center Leoben hat sich 2018 ein interdisziplinäres Projektkonsortium zusammengefunden, mit dem Ziel die Stromerzeugung aus Photovoltaik noch nachhaltiger zu gestalten. Das war die Geburtsstunde des Forschungsprojekts „PVRe² - Sustainable Photovoltaics“, gefördert vom Klima- und Energiefonds, unterstützt durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Gemeinsam mit weiteren wissenschaftlichen Partnern, hat das OFI in diesem Projekt an der Entwicklung von Konzepten zur Reparatur von beschädigten PV Modulen im Feld sowie der Optimierung von Recyclingprozessen für PV Module geforscht. Um Erkenntnisse zu erzielen von denen die Branche direkt profitiert, hat man die Industrie direkt einbezogen: von Modulherstellern über Polymerkomponenten-Produzenten bis zur Abfallwirtschaft waren Vertreter im Projektkonsortium.

 

Reparatur von Rückseitenfolien

Ein Aspekt mit dem sich das Forschungsprojekt „PVRe²“ beschäftigt hat, ist die Entwicklung von Verfahren zur Reparatur von rissigen Rückseitenfolien. Polymere Photovoltaik (PV)-Rückseitenfolien sind darauf ausgelegt, die photo-elektrisch aktiven Komponenten des Moduls vor Umweltbelastungen zu schützen und wirken gleichzeitig als elektrischer Isolator zum Schutz von Mensch und Tier vor Elektroschocks. Ein Riss im Backsheet kann dementsprechend ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen. Felderfahrungen zeigen klar, dass die Zuverlässigkeit von Modulen von der Lebensdauer der Backsheets abhängt. Gelingt es also diese Folien zu reparieren, wird damit gleichzeitig die Lebensdauer von Photovoltaik Modulen erhöht.  

Im Rahmen des Projekts „PVRe²" wurde eine Beschichtungslösung entwickelt und ihre Anwendbarkeit untersucht, die das weitere Wachstum von oberflächennahen Mikrorissen verhindert. Die Reparatur von tiefen Backsheet-Rissen und die Wiederherstellung der elektrischen Isolationseigenschaften wird erleichtert und so die Nutzungsdauer von PV-Modulen deutlich erhöht. Die Beschichtungslösung wird von Rembrandtin Coatings GmbH produziert und vermarktet.

Die Möglichkeiten, die diese Beschichtungslösung eröffnet, um PV-Module vor Ort zu reparieren und sie so länger nutzen zu können, haben die Jury überzeugt. Stellvertretend für das Projektkonsortium haben Dr. Christoph Auner (Rembrandtin) und Dr. Gabriele Eder, unsere OFI Expertin für Photovoltaik, am 31. März 2022 den ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie „Mit Forschung und Innovation zur Kreislaufwirtschaft“ entgegengenommen.

 

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