ACR-Innovationspreis 2020 für das OFI

Das Projekt des OFI zum Thema „Lufthygiene in Reisebussen“ konnte sowohl Fachjury, als auch Publikum überzeugen und gehört damit zu den 3 Preisträgern des ACR-Innovationspreises 2020.

Um die von den Einschränkungen durch COVID-19 besonders betroffene Reisebranche zu unterstützen, hat ein interdisziplinäres Team des OFI gemeinsam mit dem KMU Hehle Reisen und weiteren Partnern an einer Möglichkeit geforscht das Infektionsrisiko im öffentlichen Verkehr zu reduzieren. Mittels angewandter Forschung ist das gelungen!

 Wie kürzlich in der ACR-Studie festgestellt wurde, sind Innovation und Digitalisierung die Schlüsselfaktoren für erfolgreiche Unternehmen. Gerade für KMU ist es in Krisenzeiten wichtig in Forschung und Entwicklung, und damit in die eigene Zukunft zu investieren. Das hat sich auch Elke Bereuter-Hehle, Geschäftsführerin von Hehle Reisen und Obfrau der Fachgruppe Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen in der Wirtschaftskammer gedacht, als sie sich im Frühling 2020 an das OFI wandte. Ihr Wunsch: ein wirksames Hygienekonzept, das Busreisenden mehr Schutz und Sicherheit vor Viren und Bakterien bietet. Das war die Geburtsstunde des Forschungsprojektes „Lufthygiene in Reisebussen“.

Mit dem Ziel das Infektionsrisiko zu minimieren, wurde im Rahmen dieses Forschungsprojektes ein völlig neues Hygienekonzept für Reisebusse entwickelt mit besonderem Fokus auf Filtermedien. Bereits vor Corona haben wir uns am OFI intensiv mit dem Thema Lufthygiene und Filteranalyse beschäftigt, zunächst mit Fokus auf Allergene. So forschen wir seit einiger Zeit im Rahmen des Forschungsprojektes „Aeropore“ in Kooperation mit dem ZFE (Zentrum für Elektronenmikroskopie, Graz) und dem österreichischen Pollenwarndienst an der Beurteilung von Filtern anhand des Abscheidevermögens von luftgetragenen biologischen Partikeln. Dazu wurde eine neuartige Simulationsanlage entwickelt, mit der Filtersysteme unter reproduzierbaren und realitätsnahen Bedingungen hinsichtlich ihrer Abscheideleistung für biologische Gefahrenstoffe klassifiziert werden können.

Diese Simulationsanlage und das in dem Forschungsprojekt „Aeropore“ generierte Wissen kommt jetzt direkt der Reisebranche zu gute. Bernadette Führer, die im OFI-Labor die Prüfungen an den Filtern durchführt, erklärt: „Wir können nicht nur erkennen, wie groß Partikel sind, die durch Filter durchgehen, sondern auch ob diese allergen oder infektiös wirken.“ Damit das funktioniert und auch die Abscheideleistung von Viren und Bakterien genau gemessen werden kann, musste zunächst die Analysemethodik weiterentwickelt werden. Das ist mit viel Engagement im Frühling gelungen, und war die Grundlage um unterschiedliche Materialien zu testen und die Filterlösung stetig weiterzuentwickeln.

Projektleiterin Gabriele Ettenberger hebt die wichtige Rolle hervor, die Forschungsinstitute für KMU auch abseits der konkreten Forschungsleistung haben: „Wir haben bei einem komplexen, wissenschaftlichen Thema auch als Übersetzer fungiert, das KMU wissenschaftlich begleitet und sind die wichtige Schnittstelle zwischen dem KMU und den anderen Netzwerkpartnern gewesen.“

Vor dem Hintergrund des bestehenden Infektionsrisikos könnte die Entwicklung des OFI der Rettungsanker für die Reisebranche sein. Der Einsatz der Filtertechnologie ist nicht nur in Reisebussen denkbar, sondern auch in der Schienen- oder Luftfahrtindustrie.

 

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Neben dem OFI wurden die Holzforschung Austria und das ÖIAT mit dem ACR-Innovationspreis 2020 ausgezeichnet. In dem Projekt „Holz und Beton im tragenden Verbund“ hat die HFA eine ökologische Deckenkonstruktion entwickelt, die auf eine neuartige Weise Holz und Beton miteinander verbindet. Das ÖIAT setzt in seinem Gewinnerprojekt „Der Fake Shop-Detektor“ auf künstliche Intelligenz, die es ermöglicht Fake Shops im Internet schnell und einfach zu erkennen.

Das OFI ist Mitglied des Forschungsnetzwerks ACR – Austrian Cooperative Research, das Innovationen für und mit KMU entwickelt.

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